Presseberichte

16.03.2012 | Fachkräftemangel
29 Bildungsträger bieten auf der IBO vom 21. bis zum 25. März berufliche Perspektiven - Besucher können sich über Berufs- und Weiterbildung informieren - Erstmals Bildungsgipfel

Mit Weiterbildung dem Fachkräftemangel begegnen

Friedrichshafen - Welche Berufe sind besonders gefragt? Welche Weiterbildungsangebote gibt es auf dem Markt? Welche Strategien entwickeln Unternehmen, um auch in Zukunft auf qualifizierte Mitarbeiter zurückgreifen zu können? Auf der IBO in Friedrichshafen erhalten Besucher vom 21. bis zum 25. März bei den Partnern der IBO-Themenwelt Berufs- und Weiterbildung Antworten auf diese Fragen. Das haben Vertreter der Agentur für Arbeit, der IHK Bodensee- Oberschwaben, der Kreishandwerkerschaft Bodenseekreis und des Netzwerks für berufliche Fortbildung heute bei einem Pressegespräch zum Thema "Den Fachkräften auf der Spur" in der Messe Friedrichshafen deutlich gemacht.

Laut Georg Beetz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bodenseekreis, sei im Handwerk die Nachfrage nach Fachkräften in den Bereichen "Energiesparen" und "Energieeffizienz" ungebrochen. Generell gelte, dass die Auftragslage super sei, das heißt aber auch, dass es in vielen Handwerksbereichen an Arbeitnehmern fehle. "So hat mir erst vor einigen Tagen ein Raumausstatter berichtet, dass er aufgrund seiner Auftragslage Kollegen mit einem eigenen Betrieb aus strukturschwächeren Gebieten beschäftigt, weil ihm die eigenen Fachkräfte fehlen." Die Kreishandwerkerschaft wirbt daher besonders an Schulen. Der Tenor hierbei sei: Wer ein erfülltes Berufsleben anstrebe, solle auch darüber nachdenken, einen Handwerksberuf zu ergreifen. "Es gibt bei uns viele beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten", betont Beetz.

Bei der IHK rückt vor allem die Weiterbildung von Arbeitnehmern in den Fokus, um den Fachkräften auf die Spur zu kommen. "Mein Blickwinkel ist die Qualifizierung aus zwei Positionen: aus Unternehmersicht und aus Arbeitnehmersicht", verdeutlicht Karl Hagen, Leiter des Geschäftsbereichs Weiterbildung der IHK Bodensee-Oberschwaben. Bei Firmen gehe es um die klassischen Instrumente der Personalplanung und Akquise. Ein Unternehmer müsse schauen, ob er Leute aus dem eigenen Betrieb qualifizieren und ob er für die dann freigewordene Stelle jemand anderen vom Markt holen könne. Er schränkt allerdings ein, dass gerade mittelständische Betriebe ohne eigene Personalabteilung damit überfordert seien.

"Wir haben bei einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent praktisch Vollbeschäftigung hier in der Region", sagt Volker Frede, Geschäftsführer des operativen Bereichs der Agentur für Arbeit. Zum Jahresende seien zahlreiche Stellen in der Region unbesetzt geblieben, weil das geforderte qualifizierte Personal nicht vorhanden gewesen sei. "Das Ziel für 2012 lautet: Arbeitsmarktreserven erschließen, um den Fachkräftemangel zu mildern", betont er weiter. Dazu gelte es, Hürden für die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland abzubauen. Die Agentur für Arbeit selbst berät künftig Betriebe, die Geringqualifizierte und ältere Beschäftigte weiterbilden wollen. Zudem werden Schüler vermehrt über Mathematik, Ingenieur-, Natur- und Technikwissenschaften informiert. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, will die Agentur für Arbeit künftig in Unternehmen den Blick darauf lenken, Menschen mit Behinderung oder ältere Arbeitnehmer anzustellen oder zu qualifizieren. "Diese Arbeitnehmer können mit entsprechenden Rahmenbedingungen eine vollwertige Fachkraft sein."

Das Netzwerk Fortbildung hat ganz klar den Fokus auf der beruflichen Qualifikation. "Dort sehen wir Potentiale", sagt Rita Hafner-Degen, Leiterin des Regionalbüros Netzwerk für berufliche Fortbildung. Eine mögliche Fachkräftegewinnung erfolge bei Unternehmen darüber, dass der Blick auf die eigenen und künftigen Fachkräfte gelenkt werde. "Besonders auch, um Frauen den Wiedereinstrieg zu ermöglichen", betont sie. Arbeitnehmer will das Netzwerk mit den angegliederten Bildungseinrichtungen dahin bringen, den Blick auf die Nachfrage des Arbeitsmarktes zu schärfen. Ihrer Meinung nach werde der zweite Bildungsweg und die innerbetriebliche Weiterentwicklung momentan sowohl von Unternehmensseite, wie von Schülern und Arbeitnehmern noch viel zu wenig gesehen. "Hier gilt e, mit Beratungsangeboten quer durch die ganze Gesellschaft zu denken und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzueigen" bekräftigt Rita Hafner-Degen.

Wolfgang Köhle, Pressesprecher der Messe Friedrichshafen, machte deutlich, dass die Berufs- und Weiterbildung, aber natürlich auch der Fachkräftemangel breiten Raum auf der IBO einnehmen. "Mit 29 Bildungsträgern sei die IBO-Themenwelt "Bildung" eine gute Plattform, sich über das Thema zu informieren. "Hier auf der IBO ist nicht nur Unterhaltung geboten, hier können die Besucher auch etwas für ihre Berufsperspektiven tun", sagt der Pressesprecher.

Die IBO findet von Mittwoch, 21. bis Sonntag, 25. März 2012 statt. Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis samstags von 10 bis 19 Uhr, und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
Weitere Informationen unter www.ibo-messe.de und unter www.facebook.com/ibomesse .


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